Ab 2. August musst du KI-Inhalte kennzeichnen — was das konkret heißt
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act. In den sozialen Netzen kursieren dazu Zahlen wie „15 Millionen Euro Strafe" und „betrifft jeden". Beides stimmt so nicht. Hier die nüchterne Fassung.
Was tatsächlich gilt
Drei Pflichten, die für die meisten relevant sind:
- Chatbots müssen sich als KI zu erkennen geben. Wer mit einem System schreibt, muss wissen, dass kein Mensch antwortet.
- KI-erzeugte Inhalte müssen gekennzeichnet werden — Bilder, Video, Audio, in bestimmten Fällen auch Text.
- Deepfakes müssen offengelegt werden, also Material, das echte Personen oder Ereignisse täuschend nachbildet.
Der Bußgeldrahmen liegt bei bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % vom weltweiten Jahresumsatz. Das ist der Rahmen für Konzerne; bemessen wird nach Schwere und Umsatz.
Was die Aufregung verschweigt
Es gibt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 für Systeme, die vorher schon liefen.
Und es gibt Ausnahmen: rein private Nutzung, redaktionell geprüfte Texte mit menschlicher Verantwortung, künstlerische und satirische Werke. „Betrifft jeden" ist falsch — die Pflichten greifen, sobald du beruflich handelst.
Was heißt das für dich?
Wenn du privat mit KI Bilder machst: nichts. Wirklich nichts.
Wenn du Inhalte veröffentlichst, um damit Geld zu verdienen — Creator, Freelancer, kleines Unternehmen — sind es zwei Handgriffe:
- Den Plattform-Schalter benutzen. TikTok und Instagram haben eigene „KI-generiert"-Markierungen. Die anzuhaken ist der sauberste Weg, weil die Plattform die maschinenlesbare Markierung selbst in die Datei schreibt.
- Eine Zeile ins Profil, zum Beispiel „Inhalte teilweise KI-generiert."
Wer einen Chatbot auf der eigenen Seite betreibt, braucht zusätzlich einen sichtbaren Hinweis, dass dort eine KI antwortet.
Die ehrliche Einschränkung: Das hier ist Einordnung, keine Rechtsberatung. Wer mit KI ernsthaft Umsatz macht, sollte das einmal von einem Anwalt gegenlesen lassen — das kostet eine Stunde und ersetzt jede Rätselei. Für einen Creator mit ein paar tausend Followern ist das praktische Risiko allerdings gering, solange die zwei Handgriffe oben erledigt sind.
Wir haben es auf dieser Seite übrigens selbst umgesetzt: Der Hinweis steckt fest in unserer Karussell-Vorlage, damit ihn niemand pro Post vergessen kann. Das ist der Trick — Kennzeichnung gehört ins Werkzeug, nicht auf die Merkliste.