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Deine Bank hat erhöht. Zugestimmt hast du nie.

Der BGH hat entschieden: Schweigen ist keine Zustimmung. Für Entgelte aus 2023 läuft die Frist am 31. Dezember 2026 ab.

  • Welche Entgelte du zurückfordern kannst
  • Bis wann genau — die Frist ist echt
  • Ein fertiger Text für deine Bank
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23. August 2026 · ki.pilot

Was passiert ist

Jahrelang stand in den Bedingungen fast jeder Bank ein Satz wie diesen:

> Wenn Sie der Änderung nicht bis zum Stichtag widersprechen, gilt Ihre Zustimmung als erteilt.

Das heißt: Die Bank erhöht die Kontoführung, du sagst nichts, und damit hast du zugestimmt. Man nennt das Zustimmungsfiktion — eine Zustimmung, die nur so tut als ob.

Der Bundesgerichtshof hat diese Klausel für unwirksam erklärt.

UrteilDatumWas es sagt
XI ZR 26/2027.04.2021Schweigen ist keine Zustimmung. Die Klausel ist unwirksam.
XI ZR 45/2403.06.2025Erstattung ist möglich — auch wenn du jahrelang widerspruchslos gezahlt hast. Aber die Verjährung läuft.

Die Frist ist echt, und sie läuft

Das zweite Urteil ist die schlechte Hälfte der Nachricht: Die Ansprüche verjähren nach drei Jahren. Und zwar gerechnet ab dem Zeitpunkt, an dem du die Abbuchung kanntest — nicht ab dem Tag des Urteils.

Entgelte aus dem JahrVerjährt am
2022 und früher31.12.2025 — vorbei
202331.12.2026
202431.12.2027
202531.12.2028

Stand August 2026 heißt das: Was 2022 zu viel gezahlt wurde, ist weg. Was ab 2023 zu viel gezahlt wurde, kannst du noch holen — die 2023er nur noch bis Silvester.

Worum es überhaupt geht

Erstattungsfähig sind Entgelte, die auf Grundlage der unwirksamen Klausel erhöht oder neu eingeführt wurden:

  • Kontoführungsentgelt
  • Entgelte für Ein- und Auszahlungen
  • Entgelte für Kontoauszüge
  • Entgelt fürs SMS-TAN-Verfahren

Die eine Bedingung: Du darfst der Erhöhung nicht aktiv zugestimmt haben. Ein Häkchen im Online-Banking, eine Unterschrift, ein bewusstes „Einverstanden" — dann greift es nicht. Bloßes Weiterzahlen ist keine aktive Zustimmung.

Warum das kaum jemand macht

Bei einer Erhebung zum Thema hatten nur 11 Prozent je eine Erstattung gefordert. Von denen, die das Urteil sogar kannten, haben über 80 Prozent trotzdem nichts unternommen — zu kompliziert, zu unsicher, zu wenig Geld.

Bei drei Euro mehr im Monat über drei Jahre sind das rund 108 Euro. Pro Konto.

So findest du deine Zahl in fünf Minuten

Du brauchst keine Unterlagen von der Bank. Du brauchst dein Online-Banking:

  1. Suche in den Umsätzen nach „Entgeltabrechnung" oder „Kontoführung".
  2. Vergleiche einen Monat aus 2022 mit einem Monat aus 2025.
  3. Die Differenz ist der erhöhte Anteil. Mal die Anzahl der Monate seit Januar 2023.

Das ist deine Forderung. Du musst sie nicht auf den Cent treffen — die Aufstellung schuldet dir die Bank.

Der fertige Text

Kopier das, setz deine Angaben ein, schick es an die Bank:

Betreff: Bitte um Prüfung und Erstattung von Kontoentgelten

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Kontoentgelte wurden in den vergangenen Jahren erhöht,
ohne dass ich den Änderungen ausdrücklich zugestimmt habe.

Der Bundesgerichtshof hat Zustimmungsfiktionsklauseln für
unwirksam erklärt (XI ZR 26/20 vom 27.04.2021) und die
Erstattungsansprüche konkretisiert (XI ZR 45/24 vom 03.06.2025).

Ich bitte Sie deshalb um zweierlei:
1. eine Aufstellung aller Entgelterhöhungen zu Konto [Nummer]
   seit dem 01.01.2023,
2. die Prüfung und Erstattung der auf dieser Grundlage zu viel
   gezahlten Beträge.

Für eine Rückmeldung bis zum [Datum, 14 Tage] wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
[Name]

Wenn du magst, lass dir den Text von einer KI auf deinen Fall zuschneiden — Kontonummer, Zeitraum, Beträge. Prüf danach jede Zahl selbst nach. Dafür ist keine KI zuständig.

Wenn die Bank ablehnt

Eine erste Ablehnung ist üblich. Der nächste Schritt kostet nichts: die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe oder die Verbraucherzentrale. Beides ist kostenlos, beides braucht keinen Anwalt.

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⚠️ Das hier ist keine Rechtsberatung. Es fasst zwei öffentliche BGH-Urteile zusammen und zeigt, wie du sachlich nachfragst. Ob in deinem Fall ein Anspruch besteht, hängt von deinem Vertrag ab. Bei größeren Beträgen oder Streit: Verbraucherzentrale oder Anwalt.

Quellen: BGH XI ZR 26/20 (27.04.2021) · BGH XI ZR 45/24 (03.06.2025) · Verbraucherzentrale, „BGH konkretisiert Erstattungsansprüche bei Girokonten"

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